Krise um die Ukraine

Ukrainischer Soldat an einem Checkpoint nahe Debalzewe, Region Donezk, Ukraine, 19.02.2015; © Anastasia Vlasova/dpa-picturealliance

Seit dem Sturz des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowytsch hat sich in der Ukraine und weit über sie hinaus eine Krise entwickelt, die die europäische Sicherheit massiv bedroht.

Die Ukraine befindet sich nicht nur angesichts der Verletzung ihrer territorialen Integrität und Souveränität in einer prekären Lage. Ihr setzt auch die katastrophale wirtschaftliche Situation sowie die politische und gesellschaftliche Instabilität zu. Der Krieg im Donbas lähmt und destabilisiert das politische System zusätzlich und fördert den ohnehin bestehenden Reformstau.

Mit der Annexion der Krim im März 2014 und der tiefen Involvierung in den Krieg im Donbas ist Russland weit über seine bisherige Politik der Einflusswahrung im postsowjetischen Raum hinausgegangen. Das russische Vorgehen in der Krise ist Ausdruck einer strategischen Neuausrichtung der russischen Außenpolitik. Innenpolitisch setzt die russische Führung auf nationalistische Propaganda mit dem Ziel, ihre Machtbasis zu stärken. Gleichzeitig bewegt sich die russische Wirtschaft auf eine Rezession zu, die mittelfristig innenpolitisch destabilisierend wirken könnte.

Die Krise um die Ukraine ist Ausdruck und vorläufiger Gipfelpunkt der zunehmenden geopolitischen Konkurrenz zwischen der EU und Russland um Einfluss im postsowjetischen Raum. Ihre Auswirkungen sind in ganz Osteuropa und Eurasien spürbar und haben zu einer weiteren Polarisierung der Region zwischen Russland auf der einen Seite und der EU bzw. NATO und den USA auf der anderen Seite geführt. Schließlich ist es über die Ukraine zum tiefsten Zerwürfnis zwischen Russland und westlichen Akteuren seit dem Ende des Ost-West-Konflikts gekommen – mit schwer absehbaren Folgen für die europäische Ordnung.

Dieses Themendossier gibt Einblick in die innen- und außenpolitischen Entwicklungen der beiden wichtigsten regionale Krisenakteure: der Ukraine und Russlands. Es verfolgt darüber hinaus die Auswirkungen der Krise in der Region sowie für die europäische und internationale Sicherheit. In jedem der Kapitel findet sich eine Zusammenstellung aktueller Publikationen von SWP-Autor/innen zum Thema. Das Kapitel »Weiterführendes Material« verweist auf ausgewählte Literatur externer Autor/innen sowie auf Weblinks zu Dokumenten sowie Übersichten über EU-Sanktionen, Dossiers zur Ukraine-Krise sowie Chronologien der Ereignisse.

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